KINDERN EINE CHANCE - Eine Initiative zur Unterstützung von Waisenkindern in Uganda
In Uganda leben tausende Waisenkinder ohne Unterstützung, ohne Möglichkeit in die Schule zu gehen - einfach ohne Chance dem Kreislauf aus Armut, mangelnder Bildung und Hoffnungslosigkeit zu entkommen. Viele von ihnen haben ihre Eltern durch Aids verloren, andere mussten das Elternhaus verlassen, weil nicht genug zu essen für alle da war. Die meisten landen auf der Straße und schlagen sich mit Betteln durch.
Ian Mutebi war eines dieser Kinder. Er hat jahrelang auf der Straße in Kampala gelebt, bis er einen Unterstützer fand, der sein Schulgeld zahlte und ihm ein Dach über dem Kopf gab. Mittlerweile ist Ian 22 Jahre alt und hat 2007 sein eigenes kleines Projekt zur Hilfe von Waisenkindern in Uganda gegründet. Rund 40 Kinder hat er von der Straße geholt und ihnen in Zigoti, 60 km westlich von Kampala, ein Dach über dem Kopf gegeben. Doch das Geld reichte kaum für Essen, an das Bezahlen von Schulgeld war nicht zu denken. Aber Ian gab nicht auf.
Stefan Pleger, langjähriges Vorstandsmitglied von „Ärzte ohne Grenzen“ Österreich lernte Ian Mutebi und die Kinder im Jänner 2008 kennen. Beeindruckt von dem Engagement des jungen Mannes und überzeugt von der Wichtigkeit der Unterstützung dieser Eigeninitiative in Uganda gründete Stefan Pleger in Österreich mit seiner Lebensgefährtin Gabi Ziller die Initiative „Kindern eine Chance“
Die Ziele waren schnell klar: „Kindern eine Chance“ will den Kindern in Zigoti helfen und darüber hinaus auch Familien unterstützen, die sich um Waisenkinder kümmern. Die Kinder sollen ein Dach über dem Kopf bekommen, damit sie nicht zu Straßenkindern werden, sie sollen zur Schule gehen, um etwas lernen können, damit sie als gebildete junge Erwachsene selbst ihr Leben in die Hand nehmen. Den Waisenkindern (es handelt sich vor allem um Aidswaisen) soll nachhaltig geholfen werden. Das heißt Hilfe zur Selbsthilfe und bedeutet vor allem Schulbildung.
Aber kein Kind kann lernen, wenn es hungrig ist. Es kann nicht lernen, wenn es nicht geschlafen hat, weil es keinen Platz zum Schlafen hat, oder wenn es krank ist, weil das Trinkwasser verschmutzt ist, oder es Malaria hat, weil kein Geld für den Kauf von Moskitonetzen da ist.
Zigoti und andere Ortschaften
Mittlerweile werden 240 Waisenkinder in Zigoti, St.Agnes und Madudu betreut. 75 davon leben in der St. Mary’s School in Zigoti wo von KINDERN EINE CHANCE ein neues Internatsgebäude errichtet wurde. Der größte Teil der Waisenkinder lebt aber bei Verwandten oder Nachbarn, und wird dort in diesen Familien unterstützt. Bisher war es diesen Familien aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich die Kinder in die Schule zu schicken. Nun werden die Schulgebühren für die Kinder übernommen. Den größten finanziellen Beitrag leisten 240 Paten in Österreich, die mit einer monatlichen Spende von mindestens 10 Euro den Schulbesuch dieser Kinder ermöglichen.
Außerdem wurde in Zigoti ein neues kleines Schulgebäude mit zwei Klassenräumen erbaut sowie die bestehenden Gebäude komplett renoviert. Da nicht nur die betreuten Kinder von der Initiative profitieren sollen, wird darauf geachtet die Wirtschaft vor Ort zu stärken und möglichst alle Investitionen mit lokalen Anbietern in Uganda zu tätigen.
Demonstration Farm
Ein weiteres Projekt ist der Aufbau der „Demonstration Farm“. Die meisten Menschen leben in der von KINDERN EINE CHANCE betreuten Region von der Landwirtschaft. Da durch die Bevölkerungsexplosion die Ländereien intensiver bebaut werden müssen und der Familienverbund nicht zuletzt aufgrund von Aids zerbröckelt, wird agrarisches Wissen nicht mehr weitergegeben. KINDERN EINE CHANCE hat ein Grundstück erworben, das gemeinsam mit einer ausgebildeten Farmerin bebaut wird. Hier können die Kinder lernen, welche unterschiedlichen Gemüsesorten man anbauen kann, wie man die Pflanzen bewässert, auch wenn wenig Wasser vorhanden ist oder wie man Hühner, Kühe, Ziegen oder Schweine aufzieht.

Wir danken unseren Partner, ohne deren Unterstützung all das nicht möglich gewesen wäre. |