Ibrahim, 10 Jahre, AIDS-krank
Sie legte uns zwei kleine Schulhefte vor, in die der behandelnde Arzt immer die ausgegebenen Medikamente notiert. Alle drei Monate sollten die beiden zum Arzt. Doch Ibrahim ist viel öfter dort. Auf die Frage warum erklärt die Mutter, dass Ibrahim sehr oft krank ist, der Arzt sagt dann immer sie müsse Ibrahim mehr zu essen geben. Fast entschuldigend fügt sie hinzu, dass sie aber einfach nicht mehr arbeiten kann, als sie ohnehin tut. Sie geht immer auf die Felder der Nachbarn, um dort für ein paar Lebensmittel zu arbeiten. Und wenn sie noch mehr arbeitet wird sie selbst immer krank. Als Gabi Ibrahim zu essen gibt sehen wir selbst wie hungrig der Kleine ist. Mit einem Strahlen schaufelt er den Maisbrei und Gemüse in sich hinein. Wieder einmal werfen wir unsere Vorsätze über den Haufen und nehmen Ibrahim ins Programm auf. Er wird zur Schule gehen können, monatlich spezielle Zusatznahrung bekommen und regelmäßig wird eine Mitarbeiterin von KINDERN EINE CHANCE ihn besuchen, um sicherzustellen, dass er die Arzttermine einhält. Denn nur zu oft kommt es vor, dass aufgrund von Geldmangel die Fahrt ins Krankenhaus nicht möglich ist. Finanziert wird das ebenso wie die Unterstützung der anderen aidskranken Kinder im Projekt mit Geld aus anonymen Patenschaften. Kontrolle ist einfach notwendig
Aber natürlich gibt es auch genügend positive Beispiele, wo wir uns immer wieder freuen, wenn wir diese Schulen besuchen. Allen voran unsere eigene Schule in Bongole wo wir bis heute noch keinen Grund zur Beanstandung fanden. Die Direktorin ist mittlerweile (nach manchen Schwierigkeiten in der Vergangenheit) hoch motiviert, die Lehrer sind gut vorbereitet und auch das gesamte Schulgelände wird super instand gehalten. Andere Schulen, bei denen wir noch im letzten Term recht unzufrieden waren, bemühen sich nun sichtlich. In der staatlichen Schule in Sala beispielsweise stellen wir im Rahmen unseres Porridge Programms wöchentlich 60 Kilo Maismehl für die Porridgejause zur Verfügung. Als Gegenleistung erwarten wir aber eben, dass auch unterrichtet wird, und zwar mit einer schriftlichen Vorbereitung der Lehrer. Es war ein langer Weg und wir sind sicher noch nicht am Ziel, aber mittlerweile sind zumindest bei unseren (unangemeldeten) Besuchen fast immer alle Lehrer und der Direktor anwesend und in den Klassenzimmern. St. Michael bereitet Freude
14 Paten aus Österreich unterstützen derzeit die ärmsten Kinder hier, die sich den Schulbesuch nicht leisten können und wir haben uns wieder einmal überzeigen können, dass das Geld dort bestens investiert ist.
Auch Administration muss sein
Die Berichte der Schulbesuche müssen nicht nur abgelegt (und dann wieder gefunden) werden, sonder regelmäßige Zusammenfassungen werden auch an die Landesschulinspektorin gesandt, da wir ja zahlreiche Schulen unterstützen, die in ihren Aufgabenbereich fallen. Außerdem müssen die Kinderdaten sorgfältig verwaltet werden, Krankenakten werden angelegt und Inventarlisten der Schlafsäle erstellt. Die von uns unterstützen Kinder besuchen über 25 verschiedene Schulen und da muss jemand hinfahren und die Schulgebühren bezahlen. Selbstverständlich ist es auch ganz wichtig, dass die Kinder fotografiert werden, damit die Paten daheim sehen, wie sich das jeweilige Patenkind im Laufe der Zeit entwickelt. Aber fast 700 Kinder fotografiert man nicht an einem Tag, noch dazu wo sie im ganzen Bezirk verstreut leben. Und es ist ganz klar, dass all diese Aufgaben von lokalen Mitarbeitern erledigt werden sollen. Mit Cindy, Justine und Nuliet haben wir ein tolles Team gefunden, das sich um die Administration kümmert. Nuliet, leider nach wie vor im Krankenstand aber auf dem Weg der Besserung, leitet das Team. Sie ist Cesars Assistentin, unterstützt ihn bei den Schulbesuchen, verwaltet die Buchhaltung und ist die Ansprechpartnerin für alle anderen Mitarbeiter unseres Vereins. Justine ist erst seit wenigen Wochen im Team, sie ist eine erfahrene Sekretärin mit guten Computerkenntnissen (was in Uganda wirklich eine Ausnahme ist) und wird neben den klassischen Sekretariatsarbeiten auch die HIV positiven Kinder regelmäßig besuchen und betreuen. Cindy wurde vom Verein letztes Jahr der Abschluss der Senior 6 finanziert und sie arbeitet nun 1,5 Jahre für uns, um dann für ihren weiteren Bildungsweg unterstützt zu werden. Das junge Mädel stellt sich richtig geschickt an und ist eine tolle Hilfe für die beiden erfahreneren Damen. Auch wenn noch nicht alles so reibungslos und vor allem so schnell funktioniert, wie wir das gerne hätten, so sind wir auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. Mehr aktuelle Bilder dieser Reise hier: |