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Home Reise-Tagebücher August 2008 11. August - Ankunft Gabi
11. August - Ankunft Gabi

1. Tagebucheintrag von Gabi Ziller

 

Webale heißt Danke auf Luganda. Und ich könnte dieses Wort andauernd sagen. Vor weniger als 24 Stunden bin ich in Entebbe, der Stadt mit Ugandas größtem Flughafen, aus dem Flugzeug gestiegen und habe zum ersten Mal afrikanischen Boden betreten. Viele Gedanken habe ich mir natürlich im Vorfeld gemacht, wie es sein wird, aber ich habe mir nicht ausgemalt wie schön und berührend hier alles für mich ist. 

Die Ankunft

Stefan, Ian und Tom haben mich am Flughafen abgeholt, ein sehr herzlicher Empfang, so als würde ich alte Freunde wiedersehen. Tom und Ian waren ganz angetan vom Flugzeug, mit dem ich landete. Beide, der eine 8 Jahre, der andere 22 Jahre, waren zum ersten Mal ganz nah an einer Maschine. Und für Tom steht jetzt erst recht fest, dass er Pilot werden will.

Der Emfpang am Flughafen war herzlich, aber überwältigend war dann der Empfang in Zigoti. Obwohl es schon dunkel und sehr spät war, warteten noch rund 50 Kinder auf uns in der Schule. Sie haben mich nicht nur jubelnd begrüßt sondern vor allem haben sie mit Caesar, dem Direktor, ein Lied einstudiert. ,,Welcome Gabi, thank you and the sponsors for your work", Es war unglaublich rührend. Abschließend waren wir noch kurz bei Francis und Grace, wo wir auch wieder sehr überschwänglich empfangen wurden. Ich bin todmüde ins Bett gefallen und mit dem Gedanken eingeschlafen, dass wir wohl bereits unsere Spuren hinterlassen haben. Wie sehr, wurde mir aber erst heute richtig bewusst. 

Ein guter Start in den Tag

zigoti_center.jpgHeute haben wir den Tag, Dank Ian, mit einer Tasse Kaffee begonnen. Ian war nämlich vor ein paar Tagen so nett und hat für Stefan Nescafe besorgt. Ist es nicht unglaublich, dass es in Uganda, einem Land, das ziemlich viel Kaffee exportiert, keinen Kaffee gibt? Alles nur für das Ausland...  

Ach ja, wir schlafen im Entertainment Center in Zigoti (Bild links), wo Stefan quasi schon Stammgast ist und wo auch Ian und unsere neue Köchin für die Kinder, Vicky, ihre Zimmer haben. Hier gibt es eine Bar und in einem Nebengebäude ein paar Zimmer, einfach aber wirklich ok. Wir haben sogar eine „Dusche" im Zimmer (2,5x3m), d.h. einen 1qm abgemauerten Bereich mit einem Abfluss, und da giesst man sich mit einem Kanister Wasser über den Körper. Die Toiletten sind etwas abseits im Garten. Die Freundschaft zwischen ihnen und mir muss sich erst entwickeln ;-) 

 

 

Bildung ist der erste Schritt

Am Vormittag haben wir die Schule besucht. Die Kinder versammeln sich vor Unterrichtsbeginn immer, um den Direktor und die Leher zu begrüßen, heute hat Caesar uns nochmal vorgestellt und rund 500 Kinder haben im Chor gerufen ,,Welcome Gabi", Wieder ein Augenblick, der mir die Freudentränen in die Augen trieb.

Die Schule ist ein recht grosses Areal, in etwa so gross wie ein Fussballplatz, auf dem bisher 4 Schulgebaude standen, in denen knapp 500 Kinder der Primary und Secondray School unterrichtet wurden. Pro Klasse hocken in der Primary School ca. 60 Kinder auf Bänken bzw. wenn sie schreiben müssen werden die Bänke zu Tischen, dann sitzen alle am Boden. Wir versuchen natürlich hier eine Verbesserung herbeizuführen. Durch die großzügige Unterstützung von Ulrich Huber können wir am Freitag bereits ein neues Schulgebäude mit 2 Klassenräumen, die nicht wie die anderen durch Schilfmatten, sondern durch richtige Mauern getrennt sind, eröffnen. Der District Officer (so etwas wie ein Landeshauptmann in Österreich) wir dabei sein, also sehr offiziell und feierlich.  

Futter

Und dann war endlich Zeit für Nahrungsaufnahme. Ich muss ja zugeben, dass mich dieser Punkt schon ziemlich beschäftigt hat. Stefan machte mir ja keine besonders großen Hoffnungen, dass ich ein Land der kulinarischen Hochgenüsse besuchen werde. Aber Gott sei Dank hat er mich in dem Fall zu viel gewarnt. Bis auf den „Kaffee", den sie hier trinken (heiße Milch mit kakaoartigen Soyapulver und Zucker) war das Frühstück vorzüglich, es gab „gebackene Mäuse". 

Ein Grund zum Träumen

unser_neues_grundstueck.jpgFrisch gestärkt ging es zum neuen Grundstück, das wir erworben haben. Unser Plan ist es nämlich, ein größeres Areal, als das bestehende bei Francis und Grace, für unser Projekt zu bebauen. Wirklich ein „Grundstück mit Aussicht" muss ich sagen, leicht am Hügel gelegen, mit Blick über die Region und auf die Schule. Ian und Caesar haben es sorgfältig ausgesucht und zu einem tollen Preis für uns erworben. Bis sich die Pläne, die Stefan und Ian in den letzten Tagen ausgetüftelt haben, aber realiseren werden, wird wohl noch eine Weile vergehen. Dafür braucht es nämlich neben Geld vor allem auch viele helfende Hände. Langfristig sollen hier auf alle Fälle vorerst die Mädchen ein Zuhause finden und eine kleine Landwirtschaft aufgebaut werden, wo die Kinder auch diese Arbeit lernen. Eine „Ersatzmama" wird sich dann um die Kinder kümmern. (Eine Art Ersatzmama sollen dann natürlich auch die Burschen haben, diese Rolle könnte weiterhin Grace übernehmen, die sich ja auch jetzt um die Kinder kümmert) 

 

Wasser, das den Namen nicht verdient

Vorm Mittagessen hab ich mir dann noch das Wasserloch angeschaut, wo die Kinder derzeit ihr Wasser zum Essen, Trinken und Waschen holen. Ich war geschockt! Ein Wassertank ist echt wichtig, denn Regenwasser muss einfach besser sein, als diese Kloake. In den nächsten Tagen werden wir einen besorgen, das ist sicher. Aber hier ist wirklich alles nicht so einfach, wie wir uns das Zuhause vorstellen. 

Ein Festmahl mit Huhn

Mittags bei Grace und Francis wurde ich erneut von der ugandischen Küche überrascht. Extra für uns und Ian haben Grace, ihre Töchter und Marietta, die Mama der kleinen Esther, die im Haushalt hilft, ein Festmahl bereitet. Es gab Matoke (Kochbananen, die wie festes Kartoffelpürree schmecken), Avocados, Tomaten, Yam (ein Wurzelgemüse, ziemlich fest aber wenig schmackhaft), Omlette und Huhn. Fleisch ist wirklich was Besonderes und es war eine Ehre, dass wir dieses Menü bekamen. Und es hat wirklich sehr lecker geschmeckt. 

Eine Pause tut gut.

Was ich alles an einem halben Tag erlebt hab, das wird mir beim Schreiben gerade bewusst und es wundert mich nicht, dass ich am Nachmittag zwei Stunden geschlafen habe. 

Der restliche Tag war auch noch sehr nett. Ich hab mit meinen Eltern telefoniert, Tom hat uns besucht und von seinem Tag erzählt. Ach ja, sportlich waren wir auch. Der Verein ist mittlerweile stolzer Besitzer von zwei Fahrrädern, und mit denen sind wir ein bissl in der Gegend herumgefahren. Da es recht hügelig hier ist hab ich somit auch schon meine erste Mountainbiketour hinter mir. 

Rundum zufrieden beschließe ich nun diesen aufregenden Tag bei einem Bier und frischen Tomaten, Avocados und Zwiebeln.

Ich mag Uganda und bis jetzt mag Uganda mich auch!

 

 

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