2. Tagebucheintrag von Gabi
Ziller
Austria is not Australia
Heute haben wir den Tag
mit einem Besuch in der Schule begonnen. Wir haben die Klasse von Thomas,
Primary 3, besucht und den Kinder zu erklären versucht was Schnee ist. Ungläubige
Blicke haben mich angeschaut, als ich ihnen erzählt hab, dass wir im Sommer und
Winter unterschiedliches Wetter haben. Da die Kinder nicht wissen wo Österreich
geschweige denn Europa überhaupt ist, macht es auch nichts, dass weiterhin alle
fragen „How is life in Australia?"
Anschließend haben wir in
Cissys Klasse, der ersten der Secondary School, das Poster der Zeller
Hauptschule überreicht und auch dort wieder von Österreich erzählt. Die Schüler
sind ca. 13 Jahre alt und wissen alle, dass es auch in Uganda, am Mount Rwenzori
Schnee gibt. Auch wenn sie ihn noch nie gesehen haben. Und bei Red Bull
Salzburg gibt es einen Spieler aus Uganda, daher war vielen Burschen Österreich
ein Begriff (wo es liegt zumindest ungefähr). Es war eine sehr lehrreiche
Stunde für mich, welche Fragen die Kinder stellen und wie groß die Unterschiede
unserer Kulturen doch sind. Ein paar verbindende Elemente haben wir aber
gefunden, denn hier sind die Meisten Christen und wie alle Kinder lieben auch
diese hier Weihnachten.
Frauenpower in Zigoti
Am Nachmittag war ich
hochoffiziell zum Meeting des Women Committee of Zigoti geladen. Hier handelt
es sich um eine Gruppe Frauen, die sowohl eigene Kinder haben als auch Waisen,
um die sie sich kümmern. Viele von ihnen sind alleinstehend. Stefan durfte ausnahmsweise
auch bei dem Meeting dabei sein. Wir wurden mit einem Lied und einem Tanz begrüßt.
Die Frauen hatten einige Handarbeiten mitgebracht, mit denen sie Geld verdienen
(Bastmatten, Taschen, Körbe, Schmuck etc.) Die Chairwoman hat uns gemeinsam mit
einer Dolmetscherin berichtet, was die Frauen alles tun (Kinder erziehen usw.)
und dass sie Unterstützung brauchen. Gerne würden sie Workshops besuchen oder bspw.
eine Nähmaschine bekommen. Das klingt natürlich alles einfach und leicht umsetzbar,
aber wir müssen die Gewissheit haben, dass die Frauen sich auch um die
Gemeinschaft kümmern und ihre Kinder auch in die Schule schicken wollen. So
haben wir sie gebeten, sich genau zu überlegen, welche Unterstützung sie
brauchen und uns dies aufzuschreiben. Außerdem bekommen wir eine Liste aller
Kinder mit einem Vermerk, wie viele davon zur Schule gehen. Und wir haben sie
gebeten, sich um die Wasserstellen zu kümmern. Denn einiges könnte verbessert
werden, wenn man einfach ein wenig aufräumt und das Umfeld der Wasserstellen
sauber hält. Ich bin mir sicher, dass die Frauen, wenn sie wollen, gemeinsam
wirklich einiges in der Region verbessern können.
Bad, Küche, Klo
Bei unseren Häusern wird
jetzt eine Latrine gebaut und eine Küche soll entstehen. Wir wollen damit
endlich Grace entlasten, auf deren Grund sich bis jetzt alles abspielte. Die
Kinder freuen sich schon sehr, wenn alles fertig wird. Am Donnerstag holen wir
Stockbetten in Kampala ab, dann hat fast jedes Kind auch sein eigenes Bett.
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