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Man
kann sagen, heute ist der große Tag. Das neue Schulgebäude, das durch Ulrich
Huber und seine Freunde und Partner finanziert wurde, wird hochoffiziell
eröffnet. Die Feierlichkeiten sollen laut Plan, den uns Caesar überreicht, um
10:00 beginnen. (Bild: Schulgebäude einige Tage vor der Fertigstellung, die Wände werden gerade gestrichen)
Wir
sind erst um 10:30 dort, aber da ist noch gar nichts los. Das ist uns
eigentlich sehr recht, denn heute müssen wir uns noch um zwei weitere Gäste
kümmern: Maria und Walli.
Maria
reist heute an, um unseren „demonstration garden", den wir am neuen Grundstück
einrichten wollen, aufbauen. Sie kommt ursprünglich aus Zigoti, lebt derzeit in
der Nähe von Kampala und erwartet in weniger als 4 Wochen ihr zweites Kind. Sie
hat Landwirtschaft studiert und scheint sich wirklich gut auszukennen. Heute
zeichnet sie erstmal einen Plan vom Grundstück und überlegt, was wir wo anbauen,
wo wir Schweine, Rinder und Hühner unterbringen. Ihre Überlegungen haben Hand
und Fuß, nur das mit der Berechnung der Kosten ist auch bei ihr ein
Problem.
Walli
kommt aus Berlin und war drei Wochen mit ihren Eltern in Uganda unterwegs. Sie
wohnt jetzt bis Ende September bei Karmeliterschwetsern ganz in der Nähe von
Zigoti. Die Schwestern kommen fast alle aus Österreich (gut, es sind nur 3 oder
4 insgesamt), und wohl sehr engagiert und nett, aber für ein 20 jähriges Mädel
haben sie kaum Beschäftigung. Also wird Walli, die Englisch studiert, in den
nächsten Wochen, mit unseren Kids ein wenig lernen und spielen.
AIDS - Ein wichtiges Thema
Gegen
Mittag kommt Leben in die Schule. Das aufgebaute Zelt füllt sich mit Besuchern
und nun treten nacheinander einzelnen Klassen auf und singen oder sagen
Gedichte auf. Wir sind stolz, denn viele unserer Kinder aus dem Projekt haben
tragende Rollen. Besonders beeindruckt uns die Aufführung der P6: sie singen
über AIDS und sagen ein Gedicht auf. Eines der Mädchen bricht dann in Tränen
aus, als sie singt, dass sie ihren Vater durch AIDS verloren hat.
AIDS
ist hier weiterhin ein wichtiges Thema. Viele der Schulbücher behandeln das
Thema und Aufklärungsunterricht gibt es in fast allen Klassen.
Fast
jede Klasse singt ein Lied, in dem Stefan und ich und alle Sponsoren/ Paten in
Österreich dankend erwähnt werden.
Um
13:00 trifft der „guest of honour", der Vorsitzende des Distrikts, vergleichbar
mit unserem Landeshauptmann, ein. Joseph Musoke wirkt recht sympathisch. Die Secondary
School singt ein Lied, in dem wir alle genannt werden: Allen voran Ulrich Huber
(wobei die Aussprache des Namens viel Probleme bereitet) und Stefan, aber auch
Ian, ich und Tina Riedmann für den Kauf der Instrumente. Die Gänsehaut geht gar nicht mehr weg und ich
bin froh, dass wir gestern Abend die Kinder bereits beim Proben überrascht
haben und da ein paar Tränen der Rührung vergossen haben. Heute waren wir schon
emotional vorbereitet.
Der
Tag zieht sich dahin mit Liedern und Reden von verschiedenen Politikern und
Elternvertretern und dem Bericht von Caesar. Wir sind froh, dass Ian sehr oft
genannt wird und ihm so der Rücken in der Community gestärkt wird. Es ist
wichtig, dass die Leute ihn kennen und vor allem als Projektleiter akzeptieren.
Er ist ja noch recht jung und muss sich den Respekt vieler erst erarbeiten. Der
heutige Tag wird ihm dabei aber auf alle Fälle helfen. Mitten in Caesars Rede
beginnt es zu regnen, als würde die Welt überschwemmt werden. Alle flüchten in
das neue Gebäude. Im nun recht gemütlichen (gedrängten) Rahmen hält Stefan eine
Rede und ruft alle auf, uns im Projekt zu unterstützen und selbst einen Teil
für die Gemeinschaft und den Ort Zigoti bei zu tragen. Wir können nicht allen
helfen sondern wollen sie ermutigen, selbst aktiv zu werden und sich zu
überlegen, wie sie ihre Situation verbessern können. Wir überreichen Ian und
Caesar je ein „Kindern eine Chance" T-Shirt, was sie sehr freut. Wir nutzen die
Regenpause (zeitweise ist es durch den Regen so laut im Raum, dass man sein
eigenes Wort nicht versteht) und zeigen Musoke die Pläne für den neuen Grund
und erzählen ihn von unseren Ideen. Er gibt uns seine Handynummer und E-Mail-Adresse
und meint, wir sollen uns melden, wenn wir Probleme haben. Schadet sicher
nicht, seine Kontaktinfos zu haben und wenn wir das nächste Mal in Mitiyana
sind schreiben wir bzw. Ian ihm erstmal ein Dankes-E-Mail.
Wir
beenden den Nachmittag mit einem Festessen und ein paar Tänzen in der „Disco"
vor der Schule. Aufgrund des dichten Programms heute wird die Zeugnisverteilung
einfach auf den nächsten Tag verschoben (eigentlich wären da schon Ferien, aber
so genau ist man hier nicht... ).
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