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Die aktuellen Reisetagebücher von Gabi und Stefan:
Reise Jänner - März 2012


19. August PDF 

Heute beginnt unsere Tour zu einigen der von uns unterstützen Kinder, aber auch zu neuen, die wir aufnehmen wollen. Father Jospeh jun, ist ein richtig cooler Pfarrer mit einem Motorrad, auf dem ich mitfahren darf. Stefan bekommt das Motorrad der Pfarrgemeinde zugewiesen und wir machen uns auf den Weg.

motorrad_madudu.jpg

Anna

Zuerst besuchen wir Anna, eine Tochter von Gertrud, die bis jetzt noch nicht unterstützt wurde. Sie soll wenn wir einen Paten finden im nächsten Trimester ins Projekt aufgenommen werden.

Lazerus und seine Enkelkinder

Der zweite Besuch ist unglaublich berührend. Wir fahren zu Robinah Sarah Nakibuuka, einem Patenkind von Ulrich Huber. Sie hat keine Eltern mehr und lebt bei ihrem Großvater Lazerus Muwonge. Sie hat noch 3 Brüder und eine Schwester. Als wir zum Haus kommen sind sie alle gerade am Feld beim Arbeiten, ein Nachbar holt sie für uns herbei. Wie die Orgelpfeifen wandern sie auf uns zu, ganz freundlich lachend. Aber sie haben kaum richtige Kleidung an, alles ist grau vor Schmutz und fast nur Fetzen. Lazerus ist ein sehr netter Mensch, der sich scheinbar wirklich liebevoll um seine Enkel kümmert. Wir nehmen sofort auch noch die restlichen 4 Kinder in das Programm auf: Proscovia (7), Lawrende (5), Steven (9) und Julius (15). Ihr hättet sehen müssen, wie sich alle gefreut haben, dass sie wieder in die Schule gehen können. Father Joseph wird sich auch bemühen, ein paar Kleider für alle und ein wenig Brennstoff für die Lampen zu kaufen.

Judith

Als letzte besuchen wir am Vormittag noch Judith, Patenkind von Monika Leitners Sohn, und schauen uns ihr Zeugnis an. Sie könnte besser sein, aber sie sagt sie geht gerne zur Schule und das ist ja immerhin schon sehr wichtig. Sie lebt bei ihrem Onkel, ist Vollwaise, und ihre erwachsenen Geschwister sind alle schon außer Haus.

Gott schüttelt seine Bettlaken aus

Bei der Rückfahrt werden wir leider total eingeregnet, aber das gehört dazu.  (Die Familien sind alle weit verstreut in der Gegend und wir fahren zum Teil eine Stunde auf Straßen, die den Namen nicht verdienen, um die Familien zu erreichen). Father Joseph erklärt uns das Gewitter so, dass Gott heute später aufgestanden ist und erst jetzt seine Bettlaken ausschüttelt. So sagt der Volksmund in Uganda.

Proscovia und Annet

eier_geschenk_small.jpgAm Nachmittag führt uns Father Joseph zu einer weiteren Familie, aus der wir zwei Kinder aufnehmen sollen. Proscovia Nakasanke (12) und ihre Schwester Annet Nakyeyune (7) leben bei ihrer Großmutter, die neben diesen beiden noch eine eigene größere Tochter und  zwei weitere Enkelkinder zur Pflege hat.  Die Großmutter verdient Geld, in dem sie aus Bananen Alkohol herstellt. Eine Einkommensquelle, die Father Joseph nicht ganz gefällt, aber er sagt auch, dass sie immerhin versucht selber für die Kinder zu sorgen. Die Frau ist sehr nett und hier treffen wir auf einen ähnlichen Fall wie bei Lazerus: die Leute haben einfach nichts. Das Haus ist halbfertig weil der Mann vor Fertigstellung gestorben ist, die Küche ist eine Feuerstelle, über die ein altes Wellblech gelegt wurde, die Wasserstelle ist gut 20-30 Minuten zu Fuß entfernt. Auch hier sind alle froh, dass nun alle Kinder in die Schule gehen können. Zum Abschied schenkt uns die Großmutter noch Eier (Bild links). Jemand der selber nichts hat gibt das Wenige auch noch her - uns fehlen die Worte.

Die Familie auf der Ananasfarm

Die nächste Fahrt führt uns zu 4 Kindern, die wir bereits unterstützen: Peace, Anna (beide Antje), Daniel (Doris, VS Mils) und Benon (Hedwig, 6c Borg). Sie leben mit ihrer Mutter, die kürzlich wieder ein Baby bekommen hat auf ihrer kleinen Ananasfarm. Stefan überreicht ein paar Fotos, die er beim letzten Besuch gemacht hat. Und Peace verspricht uns im nächsten Jahr wirklich regelmäßig zu Schule zu gehen, sie hat heuer nämlich kein Zeugnis bekommen, da sie zu wenig anwesend war. Hier werden wir mit ein paar Ananas beschenkt.

„Stipendium" für Rita

Das letzte Kind des heutigen Tages liegt Father Joseph besonders am Herzen. Rita ist eigentlich ein Sonderfall. Ihr Vater zählt, im Gegensatz zu den bisher besuchten, nicht zu den Ärmsten der Armen. Er ist seit Mai verwitwet, seine Frau und das letzte Baby starben bei der Geburt.  Er muss sich nun um 6 Kinder kümmern. Als Lehrer kann er sich das mehr schlecht als recht leisten, sein Monatslohn liegt etwa bei 60 Euro.  Derzeit.

Rita ist vielleicht sogar hochbegabt und immer Klassenbeste. Sie ist 10 und bereits in Primary 5. Father Joseph bittet uns um Unterstützung, um ihre Schulbildung sicher zu stellen. Denn der finanzielle Engpass des Vaters kann bald kommen und dann wäre es schade um ihr Talent. Dieses entzückende Mädel nehmen wir natürlich gerne auf.

Abends ist der Direktor der Secondary School zu Gast. Beim Essen erklärt er uns das Schulsystem und vor allem die Kosten, die in Uganda anfallen. Relativ komplex alles, aber schön langsam verstehen wir es.

Wir gehen die Accountancy durch (Bild unten). Alles fein säuberlich auf liniertem Papier in einem Ordner aufgelistet. Ein Blatt für jedes Kind, und sogar einige Belege. Eine echte Seltenheit in Uganda. Denn erstens können viele der Händler nicht schreiben, und wenn, dann fehlt meistens das Papier oder der Kugelschreiber. Wir sind mehr als zufrieden, nicht dass wir daran gezweifelt hätten, denn nach dem was wir heute gesehen haben sind wir uns sicher, dass hier wirklich gut geholfen wird.

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