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Home Reise-Tagebücher August 2008 1. September (ab jetzt schreibt Stefan)
1. September (ab jetzt schreibt Stefan)
Nachdem wir gestern ja einige Waisenkinder bei ihren Caretakern besuchten und ihnen unsere Hilfe zusagten, kommen immer wieder Kinder zu uns, die auch einen Paten haben wollen. Es ist schwer eine Grenze zu ziehen. Unterstützungswürdig wären sie fast alle. Aber es geht einfach nicht mehr, zumal wir auch noch einige der Kinder unterstützen wollen, die in der Schule leben. Diese Waisen-Kinder sind vom Schulkomitee aufgenommen worden, und dürfen "gratis" zur Schule gehen und in einem Raum zu etwa zwanzigst schlafen. Zwei auf einer alten Matratze, teilweise nicht mal das. Sie leisten kleinere Arbeiten auf dem Schulgelände, und die Community trägt die Kosten für die dürftigen Mahlzeiten. Der Jüngste ist ein Findelkind mit grade Mal vier, die ältesten sind so um die 14.

Die Entscheidung fällt uns schwer. Wir wollen nicht die Community aus der von ihr übernommenen Verantwortung lassen, wollen aber gleichzeitig die Kinder doch ein wenig unterstützen. Wir werden sie also, sofern wir Paten finden, mit Schulgeldern unterstützen, ihnen aber auch die Möglichkeit geben mit Basteleien Geld für die persönlichen Bedürfnisse zu verdienen. Ich gebe ihnen also eine Korb, den wir in Fort Portal gekauft haben und ein bisschen Geld um Nadeln und Farben zum Färben von Bananenblättern zu kaufen. Bereits am Abend haben die meisten angefangen kleine Körbe zu binden. 

Kinderarbeit Ja oder Nein?

schuelerinnen_beim_flechten.jpgAllein die Frage würde bei uns in Europa einen entsetzten Aufschrei hervorrufen, und zeigen, wie weit wir doch von der hiesigen afrikanischen Realität entfernt sind. Ist es erlaubt 13-jährige anzuhalten mitzuarbeiten, um einen Teil ihrer Schulgebühren selbst auf zu bringen? Ist es besser, sie ein wenig arbeiten zu lassen und ihnen damit die Chance auf eine Ausbildung zu geben, oder soll man alles für sie finanzieren und anderen Kindern gar nichts, weil kein Geld mehr da ist?  Werden jene, die man finanziert, damit nicht dazu erzogen nur die Hand aufzuhalten und wird die Eigenverantwortlichkeit dadurch nicht geschwächt?

Die Antworten fallen nicht immer leicht. Und jene die unseren Ansatz verurteilen, mögen uns sagen wie wir es besser machen können. Wir haben uns jedenfalls entschieden, den Mädchen anzubieten ihre Handarbeiten abzukaufen, wenn sie eine gewisse Qualität haben, und werden versuchen sie in Österreich weiter zu verkaufen, um Geld für die Mädchen aufzutreiben.

 

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