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sich
Die geschäftlichen
Aktivitäten des Vortages zeigen Wirkung. Ich hab noch nicht mal meinen Kaffee
getrunken, da taucht Jerom auf. Auch er lebt in der Schule und hat mitbekommen,
dass die Mädchen sich sinnvoll beschäftigen, und auch noch ein Taschengeld
damit verdienen. "Stefan we also want to do something". Menschen die selbst
aktiv werden wollen. Ich liebe es!!!!! Ob ich Fußbälle gebrauchen könnte, fragt
er mich. Diese Art der lokalen Bälle wird aus Bananenblättern hergestellt. Die
nächste Frage trübt meine überschwängliche Freude nur kurzfristig. "How much do
you pay". Also jetzt mal halblang. Wir
einigen uns darauf, dass er mal einen Ball als Geschenk für seinen Sponsor
macht, und wir dann überlegen was er machen kann, was transportabel ist und
eventuell auch noch verkäuflich. Das Ergebnis unserer Diskussion ist, dass wir
gemeinsam zum Projekt gehen und Carol fragen, ob sie den Buben in der Schule
beibringen kann wie man Papierperlen für Halsketten dreht. Was sie natürlich
gerne macht.
Ein guter Tag beginnt mit
einem ausgeglichenen Budget
Ein ganz wesentlicher
Punkt bei der Gründung unseres Vereins war, dass wir vollkommen transparent
sein wollten was unsere Finanzen angeht. 100% unserer Spendengelder sollen hier
in Uganda ausgegeben werden, und daran halten wir uns auch.
Da ich ohnehin gerade
dabei bin so etwas wie einen Finanzplan für Ian und unsere Köchin Vicky auf zu
stellen will ich die Gelegenheit nutzen den geneigten Leser dieser Zeilen daran
teilhaben zu lassen.
- Selbst bei einem
Speiseplan, der mehr als bescheiden ist, und der von dem einen oder anderen
sogar als unzureichend bezeichnet werden wird, brauchen wir für die 46 direkt
im Projekt lebenden Kinder wöchentlich mindestens 320.000 Uganda Schilling für
Essen. Umgerechnet etwa 140 Euro oder 3 Euro pro Kind und Woche.
Das beinhaltet täglich
mindestens einmal Maisbrei, Bohnen, Casava (Maniok), Bananen und Süßkartoffeln.
Und am Sonntag gibt es sogar noch Erdnusssauce. Gemüse, außer Bohnen, derzeit
noch praktisch keines, da unser Garten noch nichts hergibt. Für uns fast
unvorstellbar, aber die Kinder sind dankbar, dass sich das Essen so verbessert
hat, seit wir hier aktiv sind.
- Aber zurück zu den
nackten Zahlen: 140 Euro pro Woche für 46 Kinder macht ziemlich genau 3 Euro
pro Kind und Woche für Essen. (Oder 43 Cent am Tag). Monatlich rund 13 Euro.
- Dazu kommen Dinge des
täglichen Bedarfs. Dazu gehört erstens Feuerholz, mindestens drei Bündel am Tag
für ca. 1 Euro. Feuerholz kann man hier nämlich nicht einfach sammeln, man muss
es kaufen. Seife und Waschmittel, sowie Paraffin für die Lampen, Hygieneartikel
und Kleidung seien vorerst vernachlässigt. Macht im Monat ca. 75 Euro, pro Kind
also nochmals etwa 1,60 Euro.
- Schulgebühren sind übers
Jahr gerechnet ziemlich genau 5 Euro pro Monat, wobei die Älteren, die in die
wesentlich teurere Secundary School gehen, nicht berücksichtigt sind. Dazu
kommen pro Monat für Hefte, Stifte usw. nochmals etwa 1,50 Euro.
So. Das macht an
unumgänglichen laufenden Fixkosten pro Kind im Projekt und Monat etwa 20 Euro.
Dazu kommen Kosten für
medizinische Betreuung, wir haben eine Köchin, die rund 40 Euro im Monat
bekommt, und in Zukunft sollten wir wohl auch Grace und Ian ein Gehalt von etwa
50 Euro im Monat zahlen.
Für die mittlerweile fast
100 Kinder, die außerhalb des Projektes bei ihren Caretakern leben, und für die
wir "nur" den Schulbesuch, die Schulmaterialien und Schuluniform, sowie das
Porrige in der Schule finanzieren, kommen wir ziemlich genau mit den 10 Euro
Patenschaftsbeitrag aus.
Aus budgetärer Sicht also
eigentlich kein guter Tag, wären da nicht doch viele Spender, die uns ihr
Vertrauen schenken und uns nicht nur Spenden für die Infrastruktur wie Hausbau,
Wasserversorgung oder Einrichtung zukommen lassen würden, sondern auch für den
laufenden Betrieb.
Ich hab es oben schon
angesprochen, irgendwann werden wir Sponsoren finden müssen, die bereit sind
Personalkosten für unsere Köchin, Ian und Grace zu tragen.
Sorry für die vielen
Zahlen, aber ich wollte das auch einfach mal aufschreiben, da ich weiß, dass es
Leute gibt die das (vollkommen zu Recht) interessiert.
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