Kindern eine Chance Uganda Pleger Zechmann Ziller Zigoti Hilfe für Afrika Spenden
9. September

Neue Lieferanten melden sich

koerbeflechten_small.jpgDie geschäftlichen Aktivitäten des Vortages zeigen Wirkung. Ich hab noch nicht mal meinen Kaffee getrunken, da taucht Jerom auf. Auch er lebt in der Schule und hat mitbekommen, dass die Mädchen sich sinnvoll beschäftigen, und auch noch ein Taschengeld damit verdienen. "Stefan we also want to do something". Menschen die selbst aktiv werden wollen. Ich liebe es!!!!! Ob ich Fußbälle gebrauchen könnte, fragt er mich. Diese Art der lokalen Bälle wird aus Bananenblättern hergestellt. Die nächste Frage trübt meine überschwängliche Freude nur kurzfristig. "How much do you pay".  Also jetzt mal halblang. Wir einigen uns darauf, dass er mal einen Ball als Geschenk für seinen Sponsor macht, und wir dann überlegen was er machen kann, was transportabel ist und eventuell auch noch verkäuflich. Das Ergebnis unserer Diskussion ist, dass wir gemeinsam zum Projekt gehen und Carol fragen, ob sie den Buben in der Schule beibringen kann wie man Papierperlen für Halsketten dreht. Was sie natürlich gerne macht.

Ein guter Tag beginnt mit einem ausgeglichenen Budget

Ein ganz wesentlicher Punkt bei der Gründung unseres Vereins war, dass wir vollkommen transparent sein wollten was unsere Finanzen angeht. 100% unserer Spendengelder sollen hier in Uganda ausgegeben werden, und daran halten wir uns auch. 

Da ich ohnehin gerade dabei bin so etwas wie einen Finanzplan für Ian und unsere Köchin Vicky auf zu stellen will ich die Gelegenheit nutzen den geneigten Leser dieser Zeilen daran teilhaben zu lassen.

  • Selbst bei einem Speiseplan, der mehr als bescheiden ist, und der von dem einen oder anderen sogar als unzureichend bezeichnet werden wird, brauchen wir für die 46 direkt im Projekt lebenden Kinder wöchentlich mindestens 320.000 Uganda Schilling für Essen. Umgerechnet etwa 140 Euro oder 3 Euro pro Kind und Woche.

    Das beinhaltet täglich mindestens einmal Maisbrei, Bohnen, Casava (Maniok), Bananen und Süßkartoffeln. Und am Sonntag gibt es sogar noch Erdnusssauce. Gemüse, außer Bohnen, derzeit noch praktisch keines, da unser Garten noch nichts hergibt. Für uns fast unvorstellbar, aber die Kinder sind dankbar, dass sich das Essen so verbessert hat, seit wir hier aktiv sind.
  • Aber zurück zu den nackten Zahlen: 140 Euro pro Woche für 46 Kinder macht ziemlich genau 3 Euro pro Kind und Woche für Essen. (Oder 43 Cent am Tag). Monatlich rund 13 Euro.
  • Dazu kommen Dinge des täglichen Bedarfs. Dazu gehört erstens Feuerholz, mindestens drei Bündel am Tag für ca. 1 Euro. Feuerholz kann man hier nämlich nicht einfach sammeln, man muss es kaufen. Seife und Waschmittel, sowie Paraffin für die Lampen, Hygieneartikel und Kleidung seien vorerst vernachlässigt. Macht im Monat ca. 75 Euro, pro Kind also nochmals etwa 1,60 Euro.
  • Schulgebühren sind übers Jahr gerechnet ziemlich genau 5 Euro pro Monat, wobei die Älteren, die in die wesentlich teurere Secundary School gehen, nicht berücksichtigt sind. Dazu kommen pro Monat für Hefte, Stifte usw.  nochmals etwa 1,50 Euro.

So. Das macht an unumgänglichen laufenden Fixkosten pro Kind im Projekt und Monat etwa 20 Euro.

Dazu kommen Kosten für medizinische Betreuung, wir haben eine Köchin, die rund 40 Euro im Monat bekommt, und in Zukunft sollten wir wohl auch Grace und Ian ein Gehalt von etwa 50 Euro im Monat zahlen.

Für die mittlerweile fast 100 Kinder, die außerhalb des Projektes bei ihren Caretakern leben, und für die wir "nur" den Schulbesuch, die Schulmaterialien und Schuluniform, sowie das Porrige in der Schule finanzieren, kommen wir ziemlich genau mit den 10 Euro Patenschaftsbeitrag aus. 

Aus budgetärer Sicht also eigentlich kein guter Tag, wären da nicht doch viele Spender, die uns ihr Vertrauen schenken und uns nicht nur Spenden für die Infrastruktur wie Hausbau, Wasserversorgung oder Einrichtung zukommen lassen würden, sondern auch für den laufenden Betrieb. 

Ich hab es oben schon angesprochen, irgendwann werden wir Sponsoren finden müssen, die bereit sind Personalkosten für unsere Köchin, Ian und Grace zu tragen. 

Sorry für die vielen Zahlen, aber ich wollte das auch einfach mal aufschreiben, da ich weiß, dass es Leute gibt die das (vollkommen zu Recht) interessiert.

 

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