| 13. September |
Unser neuer Herd
Verstanden? Wahrscheinlich nicht... macht nichts. Bei unserem Herd daheim in Innsbruck hab ich bis heute noch nicht alle Raffinessen verstanden. Wie auch immer, Vicky hat es weitestgehend verstanden und wir hoffen damit den Brennholzbedarf signifikant zu senken. Daß das nicht nur aus Gründen der finanzellen Ersparniss gut ist, sondern auch hilft der globalen Erderwärmung entgegen zu wirken, hab ich heute noch nicht erwähnt. Hefte signierenDa am Montag die Schule losgeht ist es höchste Zeit die Schulheftaktion hier fertig vor zu bereiten. Jedes von uns unterstützte Kind bekommt für das nächste Trimester alle benötigten Schulhefte, sofern die alten voll sind. Damit uns aber nicht irgendwelche anderen Hefte vorgelegt werden, signieren wir die ersten ausgegebenen Hefte alle und versehen sie mit Datum. Feinsäuberlich wird notiert, welches Kind wieviele Hefte erhalten hat. Sobald dann eines dieser Hefte voll ist, kann das Kind zu Ian kommen, ihm das alte Heft geben, er schreibt in das alte Heft rein dass es durch ein neues ersetzt wurde und so fort.... "Wozu der Aufwand?" kann man sich fragen. Die Sache ist einfach nur dazu da, um eine gewisse Kontrolle darüber zu haben, dass die Hefte wirklich voll geschrieben werden und auch entsprechend umsichtig damit umgegangen wird. Etwas was wir nämlich immer wieder feststellen mussten ist, dass teilweise nicht wirklich vorsichtig mit den Dingen umgegangen wird. Es wurde den Kindern einfach nicht beigebracht. Der Nachteil der Sache: Man sitzt stundenlang und kritzelt seine Unterschrift in Hefte. Gut dass Walli kam und mich unterstützte (Bild unten). Extended FamilyDer Nachmittag war der Recherche vorbehalten. Ich hatte noch einige Patenkinder zu besuchen und wollte einfach noch mehr über die Familienverhältnisse wissen. Ein Unterfangen das wahrlich Geduld und einer gefinkelten Fragetechnik bedarf. Wenn einer jemanden als seinen Bruder vorstellt, muss das nämlich noch lange nicht bedeuten, dass die beiden die selbe Mutter, den selben Vater, oder gar beides haben. Jeder Gleichaltrige desselben Clans wird damit schnell zum Bruder, oder zur Schwester. Ähnlich ist es mit dem Begriff der Mutter. Mutter wird nicht selten auch jene Person genannt, die auf die Kinder aufpasst. Also auch die Großmutter wird so zur Mutter, oder die Tante, die auf die Kinder der verstorbenen Schwester aufpasst. Umgekehrt ist es aber auch häufig der Fall, dass uns Kinder als Waisen vorgestellt werden, bei denen sich dann doch herausstellt, dass da noch eine Mutter irgendwo ist, die ihr Kind nur lieber bei der Großmutter untergebracht hat. Etwas was hier durchaus üblich ist. Da wir uns aber wirklich bemühen die Bedürftigsten der Kinder ausfindig zu machen, die wirklich niemanden mehr haben, versuchen wir solche Dinge heraus zu finden. Dass Gabi und ich hier in entlegenen Dörfern häufig mit Sister, beziehungsweise Father angesprochen wurden hat allerdings nichts mit dem Begriff der Extended Family, und schon gar nichts damit zu tun, dass ich vor Jahren schon mal in Uganda war, sondern nur damit, dass viele der Kinder Weiße nur als Ordensschwestern, bzw. Missionare kennen.
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