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11. März
Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass hier ein Waisenkinderprojekt ist, bzw entsteht, und immer wieder werden wir gefragt, ob wir noch Kinder aufnehmen können. Ich bin recht froh, dass wir uns vorerst auf 52 hier im Projekt festgelegt haben. Trotzdem wollen  wir ja auch versuchen den Waisenkindern, oder auch Halbwaisen die es am nötigsten haben irgendwie zu helfen. Deshalb bin ich heute den ganzen Tag mit Joseph, einem jungen Priester auf dem Motorrad unterwegs gewesen. Wir haben eine ganze Reihe von Hütten besucht um die Ärmsten in seiner Gemeinde zu treffen, die Joseph gebeten haben ihnen zu helfen.

Eine davon war Gertrud. Sie ist eine beeindruckende Frau. Ihr Mann ist vor 7 Jahren gestorben. Erst nachdem sie immer öfter rtb_11-3_gertrud.jpgkrank wurde hat sie sich vor drei Jahren auf Aids untersuchen lassen. Sie ist positiv, wie so viele hier. Doch was Gertrud von den meisten anderen unterscheidet, ist, dass sie offen über Aids spricht. Ihre größte Sorge gilt ihren Kindern. 2 sind schon verheiratet und außer Haus, aber die vier Jüngeren sollten eigentlich zur Schule gehen, doch sie schafft es kaum sie zu ernähren, von den Schulmaterialien ganz zu schweigen. Der älteste Bub der noch daheim ist versucht mit Wassertragen für die Nachbarn Geld nach Hause zu bringen. Gertrud selbst flicht Bastmatten die sie dann am Markt verkauft. Eine Woche breaucht sie für eine Matte die dann etwa 1 Euro kostet.

Ebensoviel braucht sie einmal im Monat, um nach Mubende ins Krankenhaus zu fahren, wo sie ihre Medikamente bekommt.

Zum Abschied hat Gertrud mir dann Zuckerrohr von ihrem kleinen Acker geschenkt, und das obwohl sie selbst kaum genug zum Überleben hat.

 

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