| Woche 12 und 13: 23. März bis 2. April |
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Unsere Behördengänge haben sich schlussendlich doch gelohnt, wir sind ein eingetragener Verein in Uganda! Nach 2 Monaten mühsamsten Verhandlungen, Diskussionen und misslungenen Versuchen, von uns Schmiergeld zu kassieren, halten wir die Bestätigung in Händen: „A Chance for Children“ ist nun eine Community Based Organisation (CBO) im Bezirk von Mityana. Ian Mutebi (unser Projektleiter) ist Obmann, Stefan Vizeobmann, Maria Sekretärin und Gabi und Faith, die Direktorin der Secondary School, sind einfache Vorstandsmitglieder. Ceasar Lukango wurde als Koordinator ernannt. Wir können uns nach wie vor nur wundern, wie schwer es uns gemacht wurde, diese Registrierung zu bekommen. Die Tatsache, dass wir keine Bestechungs- oder Schmiergelder zahlen hat viele Beamten wohl verärgert. Man kann es von der positiven Seite sehen: wir sind bei allen Ämtern und Beamten im Bezirk nun bekannt. Das Negative daran ist, dass wir dadurch über das normale Maß hinaus geprüft und begutachtet werden. Naja, jetzt ist alles gut und wir werden uns jetzt bemühen, uns auch bundesweit in Uganda, als NGO registrieren zu lassen. Damit wären wir zumindest teilweise den eher schickanösen Inspektionen lokaler Behörden entzogen, die vorwiegend der Lukrierung von Schmiergeldern dienen. Das Empfehlungsschreiben des Landeshauptmannes haben wir bereits und in den nächsten Wochen werden sich Maria und Ian mit den Beamten in Kampala auseinandersetzen. Schlimmer als im Bezirk kann es nicht werden ;-)
Unser Engagement in Zigoti wurde aber nicht nur von Beamten registriert. Andere engagierte Gruppen und Menschen wurden auf uns aufmerksam und haben mit uns Kontakt aufgenommen. Einer davon ist Basil. Er ist 28 Jahre alt und hat gemeinsam mit seiner Frau vor drei Jahren eine kleine Schule aufgebaut, wo sie mit drei engagierten Lehrern rund 160 Kinder unterrichten. St. Agnes befindet sich in Kito, ca. 11 km von Zigoti und 9 km von der Hauptstraße entfernt. Wie überall in Uganda ist es auch hier so, je weiter man sich von der Hauptstraße weg bewegt, desto größer wird die Armut. Die kleine Schule ist die einzige im Umkreis von einem zweistündigen Fußmarsch. Basil ist eigentlich gelernter Maurer mit einem Senior 6 Abschluss, der seine Ausbildung durch ausländische Unterstützung absolvieren konnte. Und genau wie Ian hat ihn diese Hilfe dazu animiert, sich selber für Bedürftige einzusetzen. Wir waren mittlerweile mehrmals in St. Agnes und sind wirklich total angetan was die jungen Leute dort bereits erreicht haben. Die Schulgebäude verdienen zwar den Namen kaum (vorrangig Holzbauten ohne richtige Wände oder Böden) aber das Niveau der Kinder ist erstaunlich. Selbst die Kleinsten verstehen bereits ein wenig Englisch und mit den Größeren (ca. 10 Jahre alt) kann man sich oft richtig unterhalten. Begeistert waren wir vom Niveau des Mathematikunterrichts. Wie oft waren wir in den letzten Monaten geschockt, dass Erwachsene nicht mal einfache Additionen geschweige denn Multiplikationen durchführen konnten. Und in St. Agnes lösen die Primary 6 Schüler Aufgaben, bei denen sich unsere Senior Schüler schwer tun. Für uns ist klar, dass wir hier helfen wollen und hier in St. Agnes unser Geld wirklich genau am richtigen Ort ankommt. Sobald wir wieder daheim sind werden wir versuchen auch für die Kinder hier Paten zu finden. Interessenten können sich ab sofort gerne wieder melden! (Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ) Außerdem wollen wir Basil Geld zur Verfügung stellen, damit er mit dem Bau einiger Klassenräume beginnen kann. Jetzt in der Regenzeit wird der Unterricht in St. Agnes nämlich sehr ungemütlich in den offenen Klassenzimmern. Bilder und nähere Infos zum Projekt folgen spätestens Ende April auf unserer Website (unser Webmaster ist nämlich auf wohlverdientem Urlaub!). Mit diesem künftigen Projekt in Aussicht können wir wirklich sehr zufrieden Bilanz ziehen. Als wir im Jänner ankamen haben wir uns 3 große Ziele gesetzt: 1. den Ausbau des Patenschaftsnetzwerkes 2. die Renovierung der Schule 3. den Aufbau der Demonstration Farm. Unser Patenprogramm
Die St. Mary’s School
Die Schulküche liegt uns auch sehr am Herzen. Derzeit wird ja hinter dem Haus am offenen Feuer gekocht. Wenn es regnet gibt es ein Blechdach, das über die Kochtöpfe gelehnt wird, um den Porridge zu schützen. Köchin und Geschirr und die Kinder, die sich den Porridge holen, werden patschnass. Durch den Platzmangel ist es auch nicht möglich, etwas anderes außer Porridge für alle Schüler anzubieten. Das macht nicht wirklich satt und hält vor allem nicht den ganzen Tag an. Unser Wunsch wäre, dass es eine Küche geben soll mit drei Kochstellen, unter Dach, auf denen dann neben Porridge zur großen Pause auch Posho und Bohnen zum Mittagessen gekocht werden kann. Dann sollten alle Kinder aus dem Patenprogramm in der St. Mary’s School zumindest zweimal täglich in der Schule Essen bekommen und auch den anderen Schülern soll die Möglichkeit auf ein warmes Essen in der Schule gegen einen kleinen Kostenbeitrag geboten werden. Die Farm
Außerdem ist ein weiteres Haus entstanden, in dem David wohnt, wo es ein Spielezimmer für die Kinder gibt und wo auch ein Store und ein kleines Gästezimmer untergebracht ist. Hier wohnt seit Sonntag Klaus, unser erster Volunteer, der in den nächsten zwei Monaten freiwillig mitarbeiten wird. Nicht als Farmer aber vor allem es Sportlehrer und Tischler. Klaus ist 45 Jahre alt, kommt aus Oberösterreich und hat sich ein Jahr Auszeit aus seinem Job genommen, um in Hilfsprojekten mitzuarbeiten. Dieser Wunsch war gar nicht leicht in die Praxis umzusetzen sagt er. Ende letzten Jahres war er für drei Monate in einem Waisenheim in Indien und nun arbeitet er zwei Monate für KINDERN EINE CHANCE in Uganda. Als gelernter Tischler wird er in den Ferien Workshops für die Kinder anbieten, in denen sie den Umgang mit Hammer und Säge lernen können. Außerdem wird er den kaum existenten Sportunterricht in der St. Mary’s School ausbauen. Klaus ist Fußballtrainer und hat in Indien auch eine Mädchenvolleyball-Mannschaft aufgebaut, was er sich auch für Zigoti vorgenommen hat. Zusätzlich wird er sein handwerkliches Geschick überall einsetzen, wo Not am Mann ist. Wir freuen uns sehr, dass er auf uns aufmerksam wurde und sind schon gespannt, was unser erster Volunteer nach seinem Einsatz berichten wird! Die Farm ist also soweit mehr oder weniger aufgebaut, jetzt gilt es die laufenden Kosten genau zu erfassen und dann auch finanzieren zu können. Langfristig können wir uns vorstellen, das Farmprogramm auszubauen, da die Kinder wirklich mit enormem Interesse mitarbeiten und Gemüse für den Speiseplan der Kinder sehr wichtig ist. Vor allem, wenn es wirklich eine Schulküche geben könnte, wäre die eigene Landwirtschaft ein wichtiger Lieferant. Es ist wirklich schön zu sehen, wie sehr sich die Lebensumstände der von uns unterstützten Kinder verbessert haben. Dennoch sind wir noch lange nicht fertig, Hilfe ist an allen Ecken und Enden gefragt und wir hoffen, dass Sie, liebe Spenderinnen und Spender, uns weiterhin Ihr Vertrauen schenken und uns finanziell unterstützen! Wir sagen nochmals DANKE für Ihre Hilfe und freuen uns auf Ihre Anregungen und Wünsche: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.Herzlichst, Gabi Ziller und Stefan Pleger P.S. Einen TV Tipp in eigener Sache dürfen wir noch anbringen: am 9.4. ist Gabi Ziller als Studiogast in der ORF Frühlingszeit geladen (ORF 2, 17.40 – 18.30) und wird dort live über KINDERN EINE CHANCE berichten.
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