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Home Reise-Tagebücher Jänner-März 2009 Woche 1: 5. bis 12. Januar 2009
Woche 1: 5. bis 12. Januar 2009

Wir sind wieder da!

Nachdem wir vier Stunden in Brüssel im Flieger gesessen sind (Schneechaos!) erreichen wir morgens um 1:30 Ortszeit dann schließlich Entebbe Airport. Leider haben unsere Koffer (alle 4) den Weg nach Uganda nicht gefunden.

Müde und erledigt üben wir uns in (fast schon vergessener) afrikanischer Gelassenheit und beobachten die unseren „Fall“ bearbeitende Beamtin, wie sie mit 1 Finger-Such-System unsere Daten in den Computer hämmert. Eindeutig: wir sind wieder in Uganda!

Als wir um 2:30 endlich den Flughafen verlassen und uns Ian und Caesar - der Direktor der St.Marys School - freudestrahlend begrüßen, sind aber sofort alle Strapazen vergessen. Wir werden sofort mit den neuesten Geschichten aus Zigoti versorgt und erfahren, dass die Kinder nur zu gern mitgekommen wären. Da wir aber schließlich um 4.30 Zigoti erreichen, war es eine gute Entscheidung, die Kinder diesmal nicht mit zum Flughafen zu nehmen.

Zwar ist es noch dunkel, als wir unser neues Heim betreten, aber selbst in der Nacht bekommen wir einen ersten Eindruck vom „Farmhouse“, das für die kommenden drei Monate unser Zuhause sein wird. Wir werden nun wesentlich mehr Platz haben als im Sommer, als wir auf 9 Quadratmeter hausten. Diesmal stehen uns rund 25 Quadratmeter zur Verfügung.
Wir fallen völlig erledigt in die Federn. Geweckt werden wir wenige Stunden später von bekannten Stimmen.

benjamin_und_asuman.jpgDas Wiedersehen mit den Kindern

Drei der großen Buben: Thomas, Asuman und Benjamin (die beiden im Bild links). Sie sitzen vor unserem Zimmer und tratschen. Die Wiedersehensfreude ist riesengroß (sowohl bei uns als auch bei den Burschen). Innerhalb weniger Minuten sind wir voll auf dem Laufenden, was es Neues gibt. Es dauert nicht lange und Ian kommt mit einem Großteil der anderen Kinder aus dem Projekt zu uns (wir wohnen nun ca. 5 Minuten vom Projekt bergaufwärts entfernt).

Sarah, Bena, Cissy – unsere großen Mädchen freuen sich ebenso, dass wir wieder da sind wie Sharon, Suzan oder Rose. Den restlichen ersten Tag verbringen wir mit Besuchen bei den school dependers in der Schule, bei Ronaldo im Entertainment Center (unsere Heim im Sommer letzten Jahres), bei der Bürgermeisterin usw. usw.
Überall werden wir sehr herzlich begrüßt und wir haben den Eindruck, dass es allen gut geht. Im Projekt ist der Rasen gewachsen und alles ist relativ sauber und aufgeräumt, wenn man bedenkt, dass hier 46 Kinder leben. Grace leistet wirklich tolle Arbeit.
Am meisten freut uns, dass die Kinder alle so aufgeweckt und viel weniger scheu sind als noch im Sommer. Und das letzte Trimester hat das Englisch vieler Kinder wirklich ein wenig verbessert und so können selbst viele der allerkleinsten zumindest ein paar Brocken Englisch sprechen.

Erfolgreiche Gewichtszunahme

babi_und_florence.jpgStefan hatte im September ja ein paar der kleinen Mädchen eine „Erdnussbutter Diät“ verordnet (jeden Tag ein Erdnussbutter Brot als Zusatznahrung), da sie nahe an der Unterernährung waren. Und wirklich: es hat funktioniert! Und mit der Gewichtszunahme ist auch Energie und Lebensfreude gekommen. Babi (Bild rechts), Robina und Suzan sind viel aufgeweckter und offener. Es macht unglaublich viel Freude, sie zu sehen und mit ihnen zu spielen.

Sehr freut uns auch, dass Charles, der kleinste Enkel von Grace, mittlerweile seine Angst vor uns Weißen abgelegt hat (er hatte im Sommer noch jedes Mal geweint, wenn wir auch nur in seine Nähe kamen) und uns mittlerweile fröhlich mit „How do you do?“ begrüßt. Sehr entzückend! 

Die Bibliothek

Im Sommer waren wir ja einmal mit den Kindern in der „öffentlichen Bibliothek“, ein kleiner  Raum im Entertainmentcenter, der alle heiligen Zeiten geöffnet wurde. Aber besser als gar nichts. Leider ist der Bibliothekar nach Kampala gegangen und nun bleibt die Bibliothek wieder vor der Öffentlichkeit verschlossen. Gott sei Dank konnten wir aber bereits im Sommer ein paar Lesebücher für alle Schulstufen anschaffen und unsere Kinder sind brave Nutzer der Schulbibliothek geworden. Zwar muss Stefan den einen oder die andere animieren, auch mal ein Buch zu lesen, aber viele sind schon soweit, dass sie von sich aus den Wunsch äußern, ein neues Buch auszuleihen. Eine wahre Freude die Kleinen  zu beobachten, wie sie sich gegenseitig vorlesen.

computer_class_in_der_schule.jpgComputer und Schreibmaschinen

Während unseres letzten Aufenthaltes im Sommer haben wir auch begonnen, die Kinder in die Arbeit mit Computern einzuführen. Anfangs war das mehr ein Hobby für die größeren, aber nun gehen wir die Sache professionell an. Ian hat Aisha engagiert, eine intelligente junge Mutter, die früher als Sekretärin gearbeitet hat und auf einem College auch einen Computerkurs besucht hat (ähnlich unserem ECDL). Aisha geht den Unterricht professionell an und beginnt mit einem Schreibmaschinen-Schreibkurs. Wenn unser Gepäck endlich da ist, können wir auch 4 Schreibmaschinen beisteuern und die Kinder werden sicher schneller Fortschritte machen. Derzeit haben wir nur 2 Laptops und etwa 20 lernwillige Kinder…

Unsere Koffer sind da!

Am Mittwoch erhalten wir einen Anruf von der Fluglinie, dass die ersten zwei Koffer bereits eingetroffen sind, aber die anderen zwei kommen erst am Donnerstag Abend an und so verabreden wir uns mit Ian, Cesar und einem Matatu (= Minibus) Fahrer für Freitag Früh, um gemeinsam nach Kampala zu fahren. Ian wird Sandalen, Kleidung und Schulhefte besorgen, Cesar soll sich um mehr neue Schulbücher kümmern und wir holen unsere Koffer. Leider sind zwei Koffer in Entebbe (40 km von Kampala entfernt) im Zoll hängen geblieben und so sind wir fast den ganzen Tag beschäftigt, unsere Koffer zu bekommen. Nachdem wir abends den Bus voll gepackt haben laden wir alle noch zum Essen ein, um den erfolgreichen Tag zu feiern. Satt und zufrieden starten wir um 20:00 Richtung Zigoti. Aber leider soll es nicht sein, dass wir auf direktem Weg heim kommen: eine Feder an der Hinterachse bricht beim Ausparken. Weiterfahren ist nicht möglich. Schnell wird ein Mechaniker organisiert, der die Feder schweißen will. Mindestens zwei Stunden rechnet der gute Mann wird er für die Arbeit brauchen. Na dann machen wir uns mal auf die Suche nach einem Internetcafe!

gabi_beim_schreibmaschinenunterrich.jpg

Unglaublich, aber der Mechaniker schafft es wirklich, die Feder innerhalb von 3 Stunden zu schweißen und wieder einzubauen. Die Heimfahrt verläuft dann Gott sei Dank reibungslos!
Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie schön der Samstag Morgen vor allem für Gabi beginnt, nachdem nun endlich das ganze Gepäck angekommen ist. Endlich die eigenen T-Shirts anziehen und nicht mehr in Stefans Sachen herumlaufen müssen. (Stefan hatte einige Kleidungsstücke im Herbst bei seiner Abreise in Zigoti gelassen). Natürlich waren aber vor allem Geschenke und Nützliches für die Kinder im Gepäck. Wir bringen die Schreibmaschinen ins Projekt, und sofort wird fleißig getippt: „fdsa fdsa jklö jklö“ usw.

Patenbriefe

Auch einige Patenbriefe sind wieder mit dabei (nun haben wirklich fast alle Kinder zumindest einen Brief aus Österreich erhalten). Ian verteilt außerdem die Sandalen und Kleider, die er in Kampala gekauft hat. Man kann sagen, es ist ein wirklich tolles Wochenende für uns alle.
Wir verbringen viel Zeit mit Spielen, Lernen und Schreibmaschine-Schreiben.

Demonstration Farm

Aber nebenbei befassen wir uns auch mit dem Aufbau unserer Demonstration Farm. David, der unseren Grund bestellt, erzählt uns über seine Erfahrungen, er zeigt uns seinen eigenen kleinen Schweinestall und wir besuchen mit ihm noch andere Farms, um zu sehen, wie Hühner, Schweine, Kühe und Ziegen normalerweise in der Gegend gehalten werden. Außerdem versuchen wir einen Eindruck zu bekommen, wie viel die Anschaffung und Haltung der Tiere im Endeffekt kosten wird. Ziemlich interessant, sich in ein (vor allem für Gabi) neues Themengebiet einzuarbeiten.

Die neue Woche starten wir mit einem Team-Meeting im Projekt. Vor allem Francis deponiert seine Wünsche und Vorstellungen, und wir nehmen auch seine Ratschläge gerne auf, die er zur Verbesserung so mancher Abläufe hat. Künftig wird er den wöchentlichen Einkauf übernehmen, und so Ian auch ein wenig entlasten, der bis jetzt sehr viel allein umgesetzt hat.

Renovierung der Schule

In der Schule berät Cesar mit Alex, dem Baumeister, wie er die Renovierung der Schule angehen will. Es wird gerechnet, geschaut und diskutiert. Alles kommt ins Laufen. Super!
Wir machen uns auf den Weg nach Mityana, um Father Joseph zu treffen, der unsere Kinder in Madudu betreut. Leider ruft er uns zwischendurch an und muss uns mitteilen, dass er keine Mitfahrgelegenheit bekommen hat und voraussichtlich erst nächste Woche kommt. Schade, wir haben uns auf ihn gefreut, aber auch nicht tragisch, denn wir müssen sowieso ein paar Dinge besorgen und endlich unsere Tagebucheinträge und die ersten Fotos nach Österreich mailen.

die_kleinsten_waschen_auch_schon_alles_selbst.jpg

 

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