Landleben – BongoleBongole ist ca. 27 km von Zigoti entfernt und nur über eine etwas holprige mit Schlaglöchern übersäte Feldstraße erreichbar. Dort befindet sich eine Primary School die vollständig von Kindern eine Chance erbaut wurde und nun auch geführt wird. Mitten drin - umringt von Busch, Bäumen und Feldern, Hütten und Häusern, bewohnt von den ärmsten der ärmsten - wohnen wir. Wir sind das Ehepaar Sabine und Christian Grabner aus Österreich, Salzkammergut, Bad Ischl. Beide kommen wir aus dem Speditionsgewerbe und erlernt Seit 30. Dezember 2011 leben wir nun mit den Menschen hier auf dem Land, das neue Schuljahr beginnt Ende Jänner und bis dahin gilt es einiges vorzubereiten, wie das Schulgebäude nach den langen Ferien auf Vordermann zu bringen und die Gärten zu bewirtschaften. Bei unserer Ankunft um 5 Uhr morgens wurden wir von Helen, einer Kindergartenlehrerin, die bei der Schule lebt, aufs herzlichste begrüßt und wir fühlten uns sofort willkommen. Bei der Schule bzw. auf der Farm leben und arbeiten zudem noch die Dirketorin der Schule, Madam Ruth, und der Direktor der künftigen Senior School, Hermann, sowie Eduard unser Farmmanager. Ein erster Rundgang mit Helen und Eduard verschaffte uns einen groben Überblick über unsere Arbeit und wir sahen sofort, dass es viel für uns zu tun gibt. Einerseits unterstützen wir die Direktorin und ihre Lehrer in der Administration und andererseits kümmern wir uns gemeinsam mit Eduard um die farm. Zusätzlich werden wir auch als eine Art Sozialarbeiter unterwegs sein und die unterstützten Kinder daheim besuchen. Auf der Farm gibt es neben dem Anbau von Gemüse auch einige Tiere, nämlich die Kuh „Maria“ und drei kleine Ferkel „ Tik, Trik und Trak. (die Namen bekamen sie von Sabine). Um die Arbeit noch schneller voran zu bringen, kamen vor 2 Wochen 9 Jugendliche aus Zigoti zu uns um die Gartenarbeit von ca 1,5 ha Grund und Sonstiges bis zum Schulbeginn zu schaffen. Helen, Eduard und die Jugendlichen waren von Beginn an eine große Hilfe und wir krempelten die Ärmel hoch und es entstand gleich in der ersten Woche ein Gemüsegarten, ein Fußballplatz und ein System aus Kanistern, um sich die Hände zu waschen, was unheimlich viel Wasser spart. Das Regenwasser wird Eine Frau, die wir künftig gerne unterstützen wollen und in der Nähe lebt, ist Nayiga, eine 20 jährige ebenfalls geistig und körperlich behinderte junge Frau. Wir haben sie kürzlich daheim besucht. Es war ein sehr berührender Moment, Nayiga in den Arm zu nehmen und ihr Lächeln mitzuerleben. Die ganze Familie freute sich sichtlich, als wir sie besuchten. Die Mutter lebt alleine mit drei Töchtern 21, 20 und 12 Jahre in einer kleinen Hütte, das Grasdach ist verfault und es wird der nächsten Regenzeit wahrscheinlich nicht mehr standhalten. Der Vater verstarb vor 10 Jahren. Wir werden wohl so schnell wie möglich helfen. Immer wieder erlebt man solch einzelne Schicksale und man weiß nicht wo man mit der Hilfe beginnen soll. Man muss einfach eins nach dem anderen machen. Und trotzdem - wenn man dann die Menschen im Alltag beobachtet und mit ihnen plaudert, lacht und zusammen arbeitet, spürt man eine Zufriedenheit und man hört Kinderlachen und Lieder die bei der Arbeit gesungen werden und man fühlt eine ganz feine positive Atmosphäre. Die Abendstimmung, mit Sonnenuntergang, Vogelgezwitscher, Affengeschrei und Lieder begleitet mit Trommeln, lässt einen kurz vergessen, welch unglaubliche Armut uns umgibt.
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