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Aktuelles & Neues

23.03.2009

2009 - Die letzte Woche

Ein neuer Brunnen

Ein großes Projekt, das wir noch zum Abschluss bringen wollen ist das Reparieren des Brunnens nahe der Schule. Die Wasserstelle ist wirklich eine Katastrophe, der Brunnen, den es irgendwann einmal gegeben hat, ist schon sehr lange kaputt. Die Gemeinde hat sich nie um das Reparieren gekümmert. Einerseits fehlte es am Geld, aber es fehlte wieder einmal auch an Motivation und Eigeninitiative. Da diese Wasserstelle aber die Hauptversorgung für die Schule in der Zeit ist, in der die Wassertanks leer sind, haben wir uns entschlossen, eine neue Pumpe zu kaufen und zu installieren. Einerseits helfen wir damit vor allem unseren Kindern, aber wir erhalten dadurch natürlich auch noch mehr Rückhalt für unsere Arbeit aus der Bevölkerung. Wir konnten eine lokale Firma ausfindig machen, die sich auf Brunnenbau spezialisiert hat und die zu relativ günstigen Bedingungen arbeitet. Was uns natürlich wichtig war ist die Einbindung unserer Kinder auch in diese Aktivität. So hat Stefan einen kleinen Workshop gehalten, um anhand der Pumpe, die in ihre Einzelteile zerlegt war, die Funktionsweise dieser Handpumpen zu erklären. Während der Arbeiten an der Wasserstelle wurden dann kurze Exkursionen gemacht, sodass die Kinder die Bauphasen live miterleben konnten, bis hin zum ersten Mal pumpen. Der Brunnen ist nun fertig und es kann wieder viel frisches Wasser gepumpt werden.
Überhaupt war Wasser wirklich ein Schwerpunkt unseres jetzigen Aufenthalts. Denn neben der Arbeit am Brunnen haben wir auch in St. Agnes ein Rainwater Collection System installiert, und auch die Zigoti Standard School, die nur von sehr wenigen der von uns unterstützten Kindern besucht wird, hat einen 10.000 Liter Wassertank bekommen.

Ausgezeichnete Leseratten

Von 14. bis 20. September fand das „National Book Week Festival“ in Zigoti statt. Alle Schulen aus der Umgebung (5 Primary und 2 Senior Schulen) traten in Lesewettbewerben gegeneinander an. Die Kleinsten mussten Wörter buchstabieren und schreiben, die Größeren, ihnen unbekannte Texte, laut vorlesen. Die Senior Schüler maßen sich im Aufsatz-Schreiben, Wörter im Wörterbuch Nachschlagen und im Laut-Lesen. Am Sonntag gab es schließlich das große Finale. Viola Nabagala, Schülerin der Primary 6 der St. Mary’s School ging als Gesamtsiegerin hervor. Unsere Bibliothek hat sich also ausgezahlt! Die stolze Siegerin hat neben einem Pokal auch eine Ziege überreicht bekommen, die am Montag bei einem Festessen verzehrt wird. Wir sind sehr stolz!

Unterstützung aus Österreich für die St. Mary’s Schule

Seit einer Woche haben wir nun unsere erste freiwillige Mitarbeiterin in Zigoti. Eva Erlach ist 20 Jahre alt, hat nach der Matura ein Jahr in Indien in einer Schule für Waisenkinder gearbeitet und wird im April die Aufnahmeprüfung für das Studium der Sozialen Arbeit machen. Die Zeit bis dahin widmet die Salzburgerin nun den Kindern in Zigoti. Eva wohnt in der Schule und gemeinsam mit Betty, unserer jungen Matronin, kümmert sie sich vor allem um die Nachmittagsbetreuung der Kleinsten. Außerdem wird Eva zwei Mal pro Woche als “Stützlehrerin” in der Schule aktiv sein. Anfänglich wird sie Referate einführen, eine Unterrichtsmethode, die bis dato noch nicht bekannt ist. Jeden Samstag gibt Eva Schreibmaschinenunterricht und Nachhilfe für 6 lernschwache Kinder aus den mittleren Klassen. Zwei Mal wöchentlich wird sie selbst Luganda Unterricht bekommen, um die Arbeit mit den kleinen Kindern einfacher zu gestalten. Wir freuen uns sehr, dass sich Eva auch bereit erklärt hat, einmal in der Woche die behinderte Maria zu besuchen, von der wir schon mehrmals geschrieben haben. Eva wird Maria massieren, sich um die Körperpflege kümmern und somit auch die Großmutter entlasten. Ein halbes Jahr wird Eva in Zigoti bleiben und uns auch ca. einmal monatlich einen Bericht für die Homepage verfassen, sodass wir alle auf dem Laufenden bleiben, was sich in Zigoti so tut.
Wer weiß, vielleicht ist Eva ja die erste von vielen Österreicherinnen, die zukünftig für längere Zeit nach Zigoti kommen. Unser Traum wäre ja regelmäßig zwei Lehrpersonen hier zu haben, die jeweils ein ganzes Jahr bleiben. Langsam hätten wir nämlich auch die Infrastruktur dafür.

Was die Zukunft bringen soll

Es ist schön zu sehen, wie sich das Leben der Kinder in Zigoti, St. Agnes und Madudu aber auch das Niveau unserer St. Mary Schule verbessert, und wie unsere Farm wächst und gedeiht, und die Kinder landwirtschaftliche Fähigkeiten erlernen. Mit diesen Erfolgen kommen aber auch immer mehr Einzelpersonen, oder auch Gruppen zu uns, die um Unterstützung bitten. Und der Bedarf ist riesig.

Das Einfachste wäre sicher, sich einfach nur auf die Kinder zu konzentrieren, die jetzt schon im Programm sind, oder einfach alles Geld in die St. Mary School zu investieren, und sie so zum Vorzeigeprojekt für unsere Unterstützer in Österreich zu machen. Wir würden nach außen hin alles perfekt machen. Wir würden mit viel Geld die besten Lehrer woanders abwerben, noch bessere Gebäude bauen, tolle Fotos nach Österreich liefern und ganz nebenbei wahrscheinlich viel an Eigenverantwortlichkeit zerstören.

All das ist eine gewisse Gefahr und auch eine gewisse Versuchung, der wir hoffentlich widerstehen können.

Mit dem Besuch von John Mary, einem jungen Lehrer aus Bongole, hat vor vier Wochen wahrscheinlich ein neues Kapitel in der jungen Geschichte von KINDERN EINE CHANCE begonnen. Irgendwie erinnerte er etwas an Ian vor eineinhalb Jahren. Er bat um Unterstützung für seine „Schule“. Eine Lehmhütte mit 130 Kindern in 4 Klassen. Wir sahen viel Einsatz und Engagement und „a lot of space for improvement“- Wir wollen diese neue Herausforderung annehmen, und unser Engagement verbreitern, und versuchen noch mehr KINDERN EINE CHANCE zu geben.