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23.03.2012

2012 - 1. Eintrag: Kulikayo – Willkommen zurück

1. Eintrag: Kulikayo – Willkommen zurück

Natürlich freuen wir uns jedes Mal riesig, die Kinder wiederzusehen und auch wir werden immer sehr herzlich willkommen geheißen. Aber früher verging nicht einmal der Anreisetag und wir wurden bereits mit Wünschen, Beschwerden und Problemen überhäuft. Mittlerweile haben wir ein paar Tage Zeit, um uns selbst einen guten Überblick über den Status Quo im Projekt zu verschaffen. Diese angenehme Veränderung liegt vor allem daran, dass wir ein super Team hier haben, das die Arbeit von KINDERN EINE CHANCE bzw. „A Chance for Children Uganda“ wirklich zuverlässig weiterführt.


Trotzdem gibt e [Stefan_ist_mit_der_Baustelle_der_Behinderteneinrichtung_zufrieden] s für uns natürlich eine Unmenge zu tun. Vor allem die Bauarbeiten bedürfen immer einer sehr genauen und regelmäßigen Kontrolle und wir waren richtiggehend begeistert, wie weit die Baustelle eines unserer aktuellen Projekte (für Schule/Internat für Kinder mit besonderen Bedürfnissen) gediehen ist. Das Gebäude wird das größte, das wir in Uganda je bauen ließen und es beinhaltet auch ein paar Besonderheiten wie beispielsweise Latrinen, die mit Rollstühlen befahrbar sind, oder eine Veranda, die dank Hanglage, mit Küche und Abstellraum „unterkellert“ wird. Mittlerweile nimmt der Bau konkrete Formen an und wir sind zuversichtlich, dass etwa Ende März eingezogen werden kann.

In den letzten Monaten wurden zahlreiche Kinder besucht, denen es nicht möglich ist, eine „normale“ Schule zu besuchen und die in unserer neuen Schule unterrichtet werden sollen. Die meisten benötigen einen Rollstuhl oder eine Gehhilfe und vermehrte Anregungen für ihre geistige Entwicklung. Grund dafür war großteils eine Malariaerkrankung im Kleinkindalter, durch die die körperliche und geistige Entwicklung beeinträchtigt oder verlangsamt wurde. Zwei Lehrerinnen stehen bereits fest, die die Kinder unterrichten werden. Beide sind leicht körperlich benachteiligt und somit sicher auch gute Vorbilder, um den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, dass trotz dieses „Handicaps“ auch eine gute Ausbildung möglich ist. Seit 10 Tagen ist nun auch Ann-Christin in Zigoti, eine freiwillige Helferin aus Österreich, die daheim als Lehrerin für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf arbeitet und sicherlich eine wertvolle Stütze in den Anfangswochen der Schule sein wird.  

Ohne Hilfe geht es nicht
Ann-Christin ist eine von vier Freiwilligen die derzeit hier mitarbeiten. Severin ist bereits seit drei Monaten in Zigoti und wird noch bis April sowohl im Internat als auch in der Administration einiges bewegen. Mit Christian und Sabine haben wir die erst [unsere_Mitarbeiter_in_Zigoti_mit_Volunteers_und_Gabi_und_Stefan] en beiden Österreicher in Bongole stationiert. Sicherlich eine größere Herausforderung, da Bongole wirklich recht abseits gelegen ist. Die beiden gelernten Krankenschwester/-pfleger werden nicht nur für die medizinische Erstversorgung in der Schule sowie Hygieneunterricht zuständig sein sondern auch in der Administration mitarbeiten und die Farmarbeit koordinieren. Die beiden werden demnächst selber einen ersten Bericht schreiben, wie es ihnen so ergeht.

Die Unterstützung durch Freiwillige aus Österreich ist sehr wichtig geworden und vor allem auch eine Entlastung für uns, wenn wir in Österreich sind, da nicht jedes auftretende Problem sofort mit Ceasar am Telefon besprochen werden muss. Dennoch würde die Arbeit nie so gut und schnell vorangehen, hätten wir nicht, wie eingangs erwähnt, ein super Team vor Ort. Angeführt von unserem Obmann Ceasar Lukango arbeiten mittlerweile 16 Leute für die Organisation in Uganda, das reicht von Sekretärin über Farmer bis hin zu Tischler oder Internatsleiterin. Anlässlich unserer Wiederkehr haben wir uns also überlegt, wie wir unseren Dank an sie am besten ausdrücken können. Wir kamen zu dem Schluss, dass neben kleinen Geschenken ein selbst gekochtes Essen nett wäre. Sobald die Einladung ausgesprochen war, wurde uns schnell klar, dass es eine gewisse Herausforderung darstellt, auf zwei Gaskochern für insgesamt 22 Leute zu kochen. Aber mit Hilfe der von uns unterstützen Senior 4 Schülerin Cissy konnten wir schlussendlich ein opulentes Mahl auftischen und bis aufs letzte Salatblatt und den letzten Krümel mitgebrachter Weihnachtskeks wurde alles verschmaust.  

Chancen für die Zukunft geben
Derzeit sind Ferien. Ende November ging das letzte Schuljahr zu Ende und somit haben wir eine Gruppe von Absolventen im Projekt, die entweder die Senior 4 oder Senior 6 abgeschlossen haben. Diesen Jugendlichen bietet KINDERN EINE CHANCE die Möglichkeit ein Jahr (bzw. eineinhalb Jahre nach Senior 6) für die Organisation zu arbeiten, um sich über ihre Talente im Klaren zu werden und herauszufinden, was sie später einmal machen wollen. Mancher mag sich fragen, warum wir das tun und die jungen Menschen nicht gleich in höhere Schulen schicken. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele nicht wissen, was sie eigentlich tun wollen. S [students_going_to_Bongole_for_holiday_work] ie kennen ihre eigenen Fähigkeiten noch zu wenig, weil sie nie die Möglichkeit hatten, ihre Talente zu entdecken. Außerdem wollen wir keine Mentalität des „Hand Aufhaltens“ fördern und aktive Erwachsene heranerziehen. Am 9. Jänner fand somit ein großes Treffen mit allen unterstützten Senior Schülern statt. Von den neun Senior 4 Absolventen tauchten aber nur fünf auf, von den sechs Senior 6 Schülern waren fünf anwesend. Die anderen hatten sich wohl schon davor entschieden, ihre Zukunft in die eigene Hand zu nehmen. Nicht jede/r der/die da war, wird aber automatisch weiterhin gefördert. Schließlich wurde der Einsatz bei der Farmarbeit in de letzten Jahre genauso berücksichtigt wie anderes freizeitliches Engagement und wer (wenn überhaupt) nur aktiv war, wenn wir im Lande waren, dem wurde nun eine Absage erteilt.

Schlussendlich freuen wir uns jetzt, dass vier Senior 4 und drei Senior 6 Absolventinnen in den unterschiedlichsten Bereichen arbeiten werden. Annet beispielsweise wird in Schule/Heim für Kinder mit besonderen Bedürfnissen mitarbeiten, schließlich strebt sie später den Lehrberuf an. Gloria unterstützt die Heimleiterin im Internat. Ihr Wunschberuf ist Polizistin. Und Aminah bekommt in Bongole die Chance sowohl in der Administration als auch auf der Farm und in der Schulküche zu arbeiten, da sie noch nicht so recht weiß, wohin ihr beruflicher Weg gehen soll.