Behindertenarbeit & mehr bei Kindern Eine Chance
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Behindertenarbeit

KINDERN EINE CHANCE engagiert sich auf mehreren Ebenen für die Förderung von Kindern mit Behinderung. Zu unseren Initiativen zählen unter anderem die Christoph-Bettermann-Schule für Kinder mit speziellen Bedürfnissen - mit Internat, einem Ferienprogramm für Kinder und Angehörige und die Betreuung von Kindern im Umfeld ihrer Familien.

Die Christoph-Bettermann-Schule

Mit der Eröffnung der Christoph-Bettermann-Schule hat im März 2012 unsere Arbeit mit Kindern mit Behinderung begonnen. Benannt wurde die Schule nach einem jungen Mann der selbst im Rollstuhl sitzt. Seine Familie hat den Aufbau der Schule weitestgehend finanziert. Unser Fokus liegt auf Kindern mit Körper- und Mehrfachbehinderungen, welche dringend einer Therapie bedürfen.

Momentan sind 22 ugandische MitarbeiterInnen dort beschäftigt und kümmern sich um ca. 50 teils schwer betroffene Kinder – mit Sonderschulunterricht, Physio- und Ergotherapie und der Betreuung im Internat.

Unser Konzept in der Behindertenarbeit legt den Schwerpunkt darauf, die Selbstständigkeit der Kinder bestmöglich zu fördern, um sie zu befähigen, später aktiv an der Gesellschaft teilhaben zu können. Dazu werden zum Beispiel in der ergotherapeutischen Gartenarbeit alltagspraktische Fähigkeiten geübt und therapeutisch begleitet, in der Physiotherapie sollen spezielle Kräftigungsübungen die Beweglichkeit von Gelenken und Muskeln verbessern und Fehlstellungen korrigieren.

Dazu fährt Steven, unser Physiotherapeut, auch einmal pro Woche mit dem Motorrad in die Dörfer und behandelt Kinder zu Hause. Seit Ende 2014 haben wir zusätzlich einen Mitarbeiter, welcher – als eine Art Kombination aus Therapeut und Sozialarbeiter – dreimal wöchentlich mit dem Motorrad die umliegenden Dörfer anfährt und dort die bedürftigen Kinder und ihre Familien in regelmäßigen Abständen besucht. Häufig findet er auch „neue“ Kinder mit Behinderung vor und überlegt, wie diese bestmöglich gefördert werden können. Die Fortschritte, die wir bei den Kindern miterleben dürfen, sind teilweise enorm.

Die Fortschritte, die wir bei den Kindern miterleben dürfen, sind teilweise enorm.

– Thomas Knapp

Ferienprogramm

Damit die Verbindung der Kinder zu ihren Eltern und der dörflichen Gemeinschaft in unserem Internat nicht verlorengeht, ist es uns sehr wichtig, dass sie in den Ferien (dreimal jährlich) zu ihren Familien heimkehren. Um unsere Gebäude dann auch in den Ferien zu nutzen, veranstalten wir regelmäßig Therapiecamps für jeweils 30–50 externe Kinder, welche für zwei Wochen gemeinsam mit ihren Eltern bei uns in der Christoph-Bettermann-Schule wohnen und Intensivtherapie erhalten. Die Eltern werden in dieser Zeit im Umgang mit ihren Kindern (Körperpflege, Lagerung, Nahrungsbegleitung etc.) geschult.

 

Inklusion und Bewusstseinsbildung im Umfeld

Natürlich möchten wir unser Zentrum für die Arbeit mit Kindern mit Behinderung nicht nach außen hin abschotten, deshalb legen wir großen Wert auf die Anbindung unserer Schule an die dörfliche Gemeinschaft. Für manche Kinder ist die Christoph-Bettermann-Schule ein Sprungbrett zur Regelschule. Derzeit (Stand: Januar 2015) besuchen sieben Kinder mit Behinderung eine angrenzende Primary-School und können dort am regulären Unterricht teilnehmen. Einige von ihnen leben noch in der Christoph-Bettermann-Schule und werden jeden Tag mit dem Motorrad zur Schule gebracht, andere leben im Internat der Primary-School und kommen nur mehr für einzelne Therapiestunden zu uns. Nur durch die intensive therapeutische Begleitung im Vorfeld ist dies möglich geworden. Die voranschreitende Einbindung von Kindern mit Behinderung in die Dorfgemeinschaft erhöht in der Bevölkerung merklich das Bewusstsein und die Akzeptanz für Menschen mit Beeinträchtigungen.

Medizinischer Notfallfonds

Immer wieder werden wir mit medizinischen Notfällen konfrontiert. Teils sind es für unsere Möglichkeiten Kleinigkeiten, wie etwa Operationen von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, die das Leben der Kinder aber enorm verbessern. Manchmal sind es lebensnotwendige Operationen wie eine Herzoperation für ein kleines Mädchen, oder die Operation eines Kindes mit Hydrocephalus, das ohne die Unterstützung von KINDERN EINE CHANCE hätte sterben müssen. Diese und ähnliche Dinge werden unbürokratisch mit Geldern aus dem Notfallfonds finanziert.

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